Skaha Lake, Vancouver und Oregon

Klettern am Skaha Lake

Der kanadische Jasper-Nationalpark uns dann doch nur einen Tag gesehen: die Wettervorhersage war nicht besonders gut und wir hatten erst einmal genug von den Rockies gesehen. Beides brachte uns dazu, dass wir noch am selben Tag wieder in Richtung Süden zum verheißungsvollen Skaha Lake gefahren sind. Verheißungsvoll, weil uns nun schon von mehreren Bekanntschaften dringend empfohlen wurde dorthin zu fahren.

Blick vom Klettergebiet Skaha Bluffs auf den Skaha Lake

Nach einer Zwischenübernachtung genossen wir am nächsten Tag die tolle Landschaft entlang des 135 Km langen Oktanagon Lakes. Die Oktanagon-Region ist bekannt für ihr mildes Klima und die vielen kleinteiligen Weingüter. Am Südufer des Sees ist der nette Ort Penticton, das wiederum direkt an den kleineren Skaha Lake angrenzt. Wir waren überrascht so eine ungewohnte, eher mediterran anmutende Landschaft in Kanada zu finden.

Am Skaha Lake fanden wir dann einen traumhaften Campingplatz direkt am Wasser.

Campground Banbury Green am Skaha Lake

Skaha Bluffs

Ein paar Kilometer weiter befindet sich das großartige Sportklettergebiet Skaha Bluffs mit ca. 1000 Routen in 60 Sektoren. Das Tolle ist, das man alle Routen von einem Parkplatz aus in einer Gehzeit von 5 Min – 1h erreichen kann. Die Landschaft ist wunderschön und die Gneissrouten von sehr guter Qualität. Die meisten Routen sind recht solide gebohrt. Ab und zu gibt es allerdings Runouts zwischen den Bolts (Haken) die mentale Stärke und Willenskraft erfordern.

Besonders gut haben uns die Sektoren „Redtail“, „Doctors Wall“ und das weit hinten liegenden „Climb it All“ gefallen. Die 10b bis 11c waren z.T. großartig. Der Kletterstil variiert zwischen den Sektoren von glatten „Slab“-Routen bis zu sehr kleingriffigen technischen Routen. Dadurch ist ständig Abwechslung vorhanden.

Am Pausetag haben wir uns die Seen und das nahegelegene Weinanbaugebiet hinter Pencticton mit seinen vielen kleinen Weingütern angesehen. Da wurde man mal wieder eines Besseren belehrt: in Amerika gibt es nicht nur die riesigen Agrarindustriebetriebe, sondern eben mittlerweile auch viele kleine Weingüter und Farmen, die sogar oft auf Bio umgestellt haben.

Squamish, Vancouver und Housesitting in Tacoma

Abendstimmung in der Porteau Cove zwischen Vancouver und Squamish

Nach fast 6 Tagen am Skaha Lake mussten wir uns dann schließlich von diesem schönen Fleckchen Erde trennen und fuhren in 5h über Vancouver nach Squamish.

Squamish

Squamish ist ein nettes Städchen, das auf dem Weg von Vancouver nach Whistler direkt am Meer liegt. Der Name stammt vom Indianerstamm der Squamish. Squamish ist berühmt für seine atemberaubenden Granitklettereien und für Mountainbiking. Also genau der richtige Ort für uns.

In folgendem Video kommt die Atmosphäre ganz gut rüber:

Leider leider war das Wetter nicht ganz so gut als wir dort waren. Wir hatten zudem keine Ausrüstung für traditionelles Klettern dabei. Deswegen haben wir uns in Squamish aufs Mountainbiken konzentriert. Das ist wirklich Weltklasse.

Wir waren uns beide einig, dass „Half-Nelson“ der beste Mountainbike-Trail ist, den wir jemals gefahren sind. Deshalb sind wir gleich nochmal hochgeradelt und haben uns ein zweites Mal in den Trail gestürzt. Ganz so schnell wie die beiden in dem Video hier waren wir allerdings nicht 🙂

Vancouver

Anschliessend gings den schönen Highway am Meer entlang nach Vancouver. Gleich vorweg: Vancouver hat uns so gut gefallen, dass wir uns sehr gut vorstellen könnten hier mal zu leben. Vancouver zog mich schon seit Jahren magisch an. Nun durfte ich die Stadt endlich live erleben. Die Mischung aus nordamerikanischer Downtown gepaart mit dem riesigen Stanley Park mit wilder Natur und netten Stadtvierteln ist ganz nach unserem Geschmack. Besonders das alternative und hippe „Main-Street“ und „Gastown“ mit seinen historischen Gebäuden hatten es uns angetan. Zudem ist Vancouver umgeben von großartiger Natur. Es ist ein bisschen wie zuhause an den bayrischen Bergen – nur das man sich zusätzlich noch am Meer befindet.

Stadtteil Gastown in Vancouver

Housesitting in Tacoma

Von Vancouver aus fuhren wir wieder zurück in die USA. Der strenge Grenzer ließ uns zum Glück problemlos einreisen. Für den nächsten Tag hatte uns Veronika ein weiteres Housesitting in Tacoma bei Seattle organisiert. Das ganze klang schon vorab interessant: die Hausbesitzer sind ein Damenpärchen, die beide bei der Army arbeiten und eine Vorliebe für ausgefallene Haustiere hatten.

Wir hatten dadurch das Vergnügen uns drei Tage um zwei ausgewachsene Hängebauchschweine zu kümmern. Die Schweine pflügten tagsüber den Garten um und schliefen aber nachts in ihrem eigenen Zimmer mit Teppichboden und Matrazen im Haus. Erstaunlicherweise waren die zwei Schweine stubenrein, stanken nicht und liessen sich auch mal gerne kraulen. Vor dem Zubettgehen gab es für jeden eine Altpapiertüte zum spielen. Das war auch so in den Housesitting-Instruktionen vermerkt.

„Hungrige“ Waschbären im Stadtpark von Tacoma

Mt. Rainier

Mt. Rainier vom Gobblers Knob aus gesehen

Nach so viel Stadt und Küste zog es uns wieder in die Wildnis der Berge. Wir statteten dem nahegelegenen Mount Rainier Nationalpark einen zweitägigen Besuch ab. Der Mount Rainier ist ein 4.392 Meter hoher Schichtvulkan, der ganzjährig von Schnee und Eis bedeckt ist. Er wird als Supervulkan gehandelt. Irgendwann – das kann auch in vielen tausend Jahren sein – wird der Vulkan so gewaltig ausbrechen, dass sich das ganze Gebiet um Seattle und Vancouver absenken und überschwemmt werden könnte.

Wir haben eine Nacht im wunderschönen Cougar Rock Campground übernachtet. Dieser befindet sich mitten in einem Wald mit riesigen Douglaskiefern, die mit Moos überwuchert sind. Am nächsten Tag sind wir mal wieder mit Zelt und Kochzeug losgewandert und haben am schönen Lake George übernachtet. Von dort aus kann man in einer Stunde auf den Gobblers Knob mit seinem Firewatchtower steigen. Die Aussicht dort ist wunderschön.

Portland

Vom Mount Rainier Nationalpark sind es knapp 3h nach Portland. Auf Portland hatten wir uns fast ebenso sehr gefreut wie auf Vancouver. Portland für seine Hippie- und Alternativszene, für seine Indiebands, Kneipen und 115 Craft-Brauereien bekannt. Wir haben zunächst im schönen Stadtteil Woodstock gewohnt und dann ein Housesitting in der Nähe der Downtown gemacht. Besonders gut haben uns die Livekonzerte in der Doug Fir Lounge und die vielen Brauereipubs gefallen. Veronika hat sich in den hippen Portland Song „Feel it Still“ von Portugal The Man verliebt. Die zugehörige Platte ist nach dem Stadtteil Woodstock benannt.

Smith Rock State Park

Von Portland aus haben wir übers Wochenende einen Abstecher zum Smith Rock State Park gemacht. Dieser ist berühmt und berüchtigt für seine Sportkletterei. Berüchtigt weil sich der erste Bolt oftmals in schwindeligen 6 Metern Höhe befindet und weil die Schwierigkeitsbewertung knackig ist. Wir haben recht schnell gemerkt, dass der Fels im Gegensatz zu dem in Skaha uns nicht so ganz zusagt. Trotzdem sind wir ein paar nette Routen klettert. Umso schöner ist die Landschaft und die Atmosphäre am Campingplatz. Da sind Horden von Kletterern mit Zelten oder Ihren typischen Vans unterwegs.

 

Auf dem Weg zurück nach Portland sind wir am Mt. Hood vorbeigekommen und haben am wunderschönen Trillium Lake Pause gemacht.

Trillium Lake und Mt. Hood