Oregon Coast, San Francisco und Yosemite Nationalpark

Westküste Oregon und Kalifornien

In meiner Vorstellung fuhren wir 30° und warmem Wasser entgegen (Veronika). Tja, hätte ich mich mal vorher schlau gemacht, dann hätte ich mir den neuen Bikini gar nicht kaufen müssen. 😉 Die Westküste der USA ist ein schönes, aber eher kaltes Fleckchen, mit naturbelassenen Stränden, Steilküsten, schmucken Örtchen und launigem Handyempfang.

Beeindruckend waren die riesigen Dünen hier und der Redwood Forest. So riesige, uralte Bäume hatten wir noch nie zuvor gesehen. Wir tobten wir uns zwischen den langen Autofahrten etwas im Sand aus und wanderten durch den Märchenwald mit Redwoods und Farnen.

Mendocino

Wir übernachteten auf einem strandnahen Campingplatz nähe Mendocino. Einem zuckerbäcker Örtchen, das sehr idyllisch an einer Steilküste liegt. Fort Bragg gefiel mir aber fast ein bisschen besser. Nicht ganz so gestylt. So verbrachten wir hier den Abend mit einer Liveband, die lateinamerikanische Lieder spielte.

Nach San Francisco fuhren wir durch ein Weinanbaugebiet. Schließlich wollten wir dem Wunsch nach einem guten, lokalen Wein unserer künftigen Housesitting Geber in Oakland nach kommen.

San Francisco

Empfangen von einer Golden Gate Bridge im Nebel fuhren wir am Zentrum San Franciscos vorbei nach Oakland, wo zwei Golden Doodles sowie David und seine Frau mit einem Barbecue auf uns warteten. Schon vor drei Wochen hatten wir telefoniert und vereinbart, dass wir auf ihre beiden Hunde aufpassen, solange die beiden Verwandtschaft in LA besuchten. Und mindestens genau so lange habe ich mich schon darauf gefreut, die beiden kennen zu lernen und das Haus mit Blick auf die Bucht zu genießen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Süße Hunde, schickes Haus, Ausblick unbezahlbar und die Besitzer eine wahre Freude. Am Ende blieben wir sogar noch 2 Tage, als die beiden wieder zurück waren und diskutierten weiter über Weltpolitik im Allgemeinen und Amerikanische Politik im Besonderen, ich ging mit Beichen ins Yoga und kraulte die Hunde. Herrlich!

Yosemite Nationalpark

Im Yosemite Nationalpark nutzen wir noch einmal die Gelegenheit in der Wildnis campen zu gehen.

Backcountry Camping Toulumne Meadows

Die erste Nacht verbrachten wir in den unaussprechlichen Toulumne Meadows, einem wunderschönen Tal, das auf dem John Muir Trail lag. So trafen wir auch hier ein paar Weitwanderer bei bestem Wetter.

Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen ein wenig oberhalb des Tals, mit Blick in die Berge und auf den Fluss und verbrachten den Abend am Lagerfeuer mit zwei Mädels aus den USA. Eine davon hatte viele unterhaltsame Geschichten über ihren Hund zu erzählen, der schon mehrfach aus dem Fenster gesprungen ist, als sie nicht zu Hause war. Wer weiß, was er zu diesem Zeitpunkt vor lauter Sehnsucht nach ihr gerade anstellte …

2-Tages Tour Sunrise – Merced Lake – Highsierra Camp Vogelsang

Auf den Geschmack gekommen, entschieden wir uns gleich die nächsten beiden Nächte noch einmal in der Wildnis zu verbringen und informierten uns bei den Parkrangern, welche Wanderungen ohne zu viel Schnee in die Quere zu kommen, möglich seien.

Am späten Nachmittag marschierten wir los. Nach einem ersten Anstieg ging es in ein weites, grünes Tal hinein, durch das wir uns durch die vielen hindurch fließenden Quellen unseren Weg suchten. Einmal die kleinen Bäche überquert, stiegen wir weiter an zu unserem ersten Übernachtungsplatz, an dem wir die letzten Sonnenstrahlen des Abends genossen.

Am nächsten Morgen ging es erst mal bergab, am Berghang entlang und zu einem Flusstal hinunter. Wir rasteten Mittags an einem Wildfluss, „duschten“ und kochten Wasser ab für den restlichen Teil der Wanderung. Es ging wieder bergauf, Anian schleppte tapfer den wesentlich schwereren Rucksack mit Zelt und Isomatten und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Noch nie bin ich volle 2 Tage in ausschließlich beeindruckender Landschaft gewandert! Alle ist so unberührt und wunderschön!

Wir durchquerten noch ein Hochtal, in dem mich die Mücken beinahe auffraßen. Uah! Wir haben uns beide unsere Daunenjacken angezogen und trotzdem hingen diese Viecher überall an einem. Nach einem weiteren Anstieg fanden wir schließlich einen Platz für unser Zelt. Wasser zum Waschen und Kochen zwar in laufweite, aber nicht so nah, dass noch Mücken da gewesen wären. Also wieder Zelt aufstellen, Gaskocher raus, dem Bärenkanister unsere Leckereien entlocken, alles wieder einpacken und rein in den Schlafsack, um sich aufzuwärmen.

Am nächsten Morgen liefen wir gleich ohne Frühstück los, wieder kreuzten wir wilde Flussläufe, wanderten in schönem Wald und kamen am Ende wieder in den Toulumne Meadows raus, die wir zwei Tage zuvor schon besucht hatten.

Yosemite Valley

Am vierten Tag im Yosemite Nationalpark fuhren wir weiter in das berühmte Yosemite Valley. Hier war es schlagartig vorbei mit der Ruhe und Beschaulichkeit. In einem der Campingplätze standen wir über eine Stunde an, um noch einen der letzten freien Plätze für zumindest eine Nacht zu ergattern.

Auch wenn hier in den 80zigern Klettergeschichte geschrieben wurde, schafften wir es leider nicht an den Fels. Die meisten Routen hier sind Trad Routen. Also Routen, bei denen man sich seine Sicherungen mit allerlei Material, das wir nicht dabei hatten, selbst legen muss. So wanderten wir zu einem Wasserfall und sprangen am Nachmittag kurz in den Fluss und genossen anschließend die Sonne mit bestem Blick auf „El Capitain“.

Südkalifornien und LA

Die Erinnerung an den südlichen Teil Kaliforniens auf dem Weg nach LA ist bereits ein wenig verblasst. In einem günstigen Motel, in dem es mal wieder ein lecker Frühstück auf Plastikgeschirr mit Erdnussbutter gab, haben wir immerhin gut geschlafen und auf dem Parkplatz vor dem Zimmer mit unserem Gaskocher unsere restlichen Lebensmittel verkocht.

In LA besuchten wir das absolut sehenswerte Getty Center, das auf einem Hügel über LA thront. Allein die Architektur des Musuems ist sehenswert und wir hätten noch weiter mehr Zeit dort verbringen können, als die drei Stunden, die uns blieben, bevor es am nächsten Morgen früh nach Lima ging.