Neuseeland Nordinsel

Ankunft in Neuseeland

Nach einem abermals sehr entspannten, da halb leeren Emirates Flug von Bangkok über Sydney nach Auckland, sind wir endlich auf Neuseelands Nordinsel angekommen. Endlich, weil ich mir seit 20 Jahren vorgenommen habe durch Neuseeland zu reisen. Immer wieder kam etwas dazwischen – aber eben diesmal nicht.

Volunteering in Swansson bei Auckland

Veronika hat über Workaway.info eine tolle Möglichkeit aufgetan unser Reisebudget zu schonen und uns nach dem vielen Reisen mal an einem Ort durchschnaufen zu lassen: die ersten 5 Tage waren wir bei einer sehr netten Familie mit großem Grundstück und vielen Tieren und haben Schwerstarbeit geleistet. Wir haben den privaten Kinder-Mountainbiketrack um einige Passagen verlängert und im Garten geholfen. Es hat wirklich Spaß gemacht wieder mal ordentlich anzupacken und zu schuften.

Die „Chiemsee Corner“ des Kinder-Bike-Trails

Mit Barbara (Feuerwehrfrau in Auckland) und Max (Customer Experience Consultant) unterhielten wir uns abends grossartig über Neuseeland, Politik, Klima und Reisen. Zwischendurch sind wir mit Max und Sohn Samuele zum wunderschönen Bethells Beach gefahren.

Bethells Beach

Gerne wären wir noch länger geblieben, aber wir wollten ja auch was vom Land sehen.

Raglan und Te Kuipa

Nachdem wir in Auckland unseren Mietwagen abholten, haben wir auf dem Weg gen Süden im schönen Surferort Raglan Zwischenstopp gemacht. Am nächsten Tag dann konnten wir bei schönstem Wetter die wunderschöne subtropische Küste geniessen und zum ersten Mal so richtig in die hügelig, grüne Landschaft der Nordinsel eintauchen.

Die berühmten Wellen von Raglan – heute eher klein

Die Landschaft von Neuseeland´s Norden ist wirklich schön, aber uns fiel auf, dass trotz erst 200 Jahren Besiedelung fast ausschliesslich Monokultur vorherrscht. Entweder fährt man durch endlose Hügel mit Milchviehwirtschaft oder durch Wälder, die immer aus dem einen gleichen Nadelgehölz bestehen. Geerntet wird dieses auf ziemlich rabiate Weise: nach dem Abholzen sieht es aus, als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Wir werden die nächsten Tage grossartige Natur sehen.

Zwischendurch waren wir in Mangaokewa bei Te Kuiti klettern und haben im einzigen Kalklettergebiet von Neuseeland Bekanntschaft mit neuseeländischer Routenbewertung gemacht. Ich würde sagen knackig, aber noch fair bewertet.

Tongariro und Taupo

Eigentlich hatten wir geplant den 2.518m hohen Vulkan Taranaki zu besteigen. Aufgrund des Regenwetters und der Zeitknappheit haben wir uns dann aber entschieden direkt zum Tongariro-Nationalpark zu fahren. Wir haben das nicht bereut: die Vulkan- und Seenlandschaft ist atemberaubend.

Lake Taupo

Bevor es auf die Wanderung ging haben wir im kostenlosen und sehr zu empfehlenden Urchin Campground übernachtet. Das ist das tolle an Neuseeland: das Department of Conservation (DOC) betreibt viele, oft an wunderschönen Orten gelegene Campingplätze. Und manchen sind sogar umsonst. Die Nacht im Urchin Campground war aber aus anderem Grund eine echte Probe: es war so kalt, dass morgen das Kondens- und Tauwasser am Zelt angefroren war. Zudem mussten wir die Autoscheibe enteisen. Veronikas Plastikbecher hat hier gute Dienste geleistet.

Für die Wanderung im Tongariro-Nationalpark haben wir uns entschieden, dass wir diese trotz zusätzlicher Höhenmeter „rückwärts“ gehen. Zum einen wollten wir am einzig wolkenfreien Tag nicht mit der Masse z.T. fusslahmer Nichtbergsteiger Schlange stehen und zum anderen war und der Transfer zum Ausgangsort mit 30 NZD / p.P. für die 20 Minuten Busfahrt zu viel.
Es war genau das Richtige: wir sind den ganzen Vormittag fast ganz alleine der Masse entgegen gewandert und am Gipfel umgekehrt, als die ersten Wanderer kamen. Die 25km Wanderung war wunderschön und hat uns wirklich gut getan. Ich war vorher etwas skeptisch, aber die Vulkanlandschaft ist wirklich sehenswert.

Vulkan Ruapehu Im Tongariro Nationalpark

 

Nachmittags sind wir am schönen lake Taupo nach Taupo weitergefahren und haben dort übernachtet. Der Ort ist ok, gesehen haben muss man ihn aber nicht zwingend.

Roturoa und Klettern in South Wharepapa

Am nächsten Tag gings in das Thermalgebiet von Roturoa. Aus allen Ecken und Enden dampft und raucht es dort aus der Erde. Der Schwefelgeruch ist selbst im Ort von Roturoa omnipräsent.
Auf dem Hinweg haben wir uns im 40° warmen Kerosene Creek kostenlos entspannt. Einziges Manko: der Name ist Programm. Der Bach hat eine Farbe die stark an Diesel erinnert. Der Geruch dagegen hat eine deutlich Schwefelnote. Die Übernachtung direkt am Ufer des wunderschönen Lake Oreteka war wunderschön.

Camping am Lake Oreteka bei Taupo

Das echte Highlight und der Grund warum wir nach Roturoa gefahren sind kam am nächsten Tag: wir haben die Trails vom Whakarewarewa Redwood Forest gerockt. Die sind echt gut und machen selbst mit mittelguten Hardtails (Fullies kosten dort zur Leihe 90 EUR am tag!) tierisch Spaß.

Hier mal ein paar Kostproben aus dem Netz. Wir waren so aufs Fahren konzentriert, dass wir keine Bilder gemacht haben.

Zum Ausgleich gings weiter nach Wharepapa zum Klettern. Nachdem wir uns im Klettershop von Bryce Tipps geben liessen gings nach Froggats. Die bis zu 25m hohen Felsen mit Routen, die meist zwischen 16 (5a) und 22 (6b+/6c) bewertet sind, liegen in toller Landschaft. Wir haben uns mit ungewöhnliche Kletterei an scharfen Löchern und Kanten den ganzen Tag verausgabt, die Finger aufgearbeitet und uns hinterher sehr wohl gefühlt.


In South Wharepapa kann man auf dem Platz der Schule für 5 NZD p.P. übernachten. Wir haben uns gerade auf einen romantischen Abend zu zweit eingestellt, als mehrere Kleinbusse mit 20 Outdoor-Studenten! ankamen. Die Leute waren aber super nett und unterhaltsam.

Auckland

Auf dem Weg zu unserem Housesitting in Whangerei haben wir einen Regenstopp in Auckland eingelegt und uns mal ein schönes Guesthouse im hippen Ponsonby gegönnt. Nachmittags wurde das Wetter besser und wir sind durch Ponsonby in die Downtown immer am Mehr und Hafen entlang zu Fire Station von Barbara gewandert um ein paar beim Voluteering vergessene Sachen zu holen. Auckland entgegen allen Unkenrufen hat durchaus nette Seiten und jede Menge netter Cafés, Restaurants und Bars.

Housesitting bei Whangerei und Bay of Islands

Die letzten 5 Tage auf Neuseelands Nordinsel haben wir nochmal bei einer neuseeländischen Familie verbringen dürfen (via housecarers.com). Diesmal haben wir das Haus in wunderschöner Natur für uns allein gehabt und auf zwei Hunde und 6 Alpakas aufgepasst.

Blick von „unserem“ Haus

Rüde Ceiba hatte leider ein paar Tage vor unserer Ankunft Hündin Bindi so sehr bedrängt, das diese Ceiba ordentlich verletzt hat. Dadurch gabs für uns ein bisschen mehr zu tun. Ceiba hat sich dann auch noch die Naht komplett aufgekratzt so dass wir Sonntag mit Ihm zum Tierarzt mussten und er erneut operiert werden musste.

Zum Glück waren beide Hunde aber sehr entspannt. Ich hatte zunächst vor Bindi, einem American Staffordshire Terrier etwas Respekt. Beide Hunde waren aber so verschmust, dass es eher nervig war wie eifersüchtig beide wurden wenn der Eine etwas mehr Streicheleinheiten bekommen hat.

Zwischendurch haben wir Ausflüge an die tollen Küsten von Whangerei und der Bay of Islands gemacht. Die grüne Landschaft mit türkis blauen Buchten ist wirklich toll.

Nach 5 Tagen gings dann zurück nach Auckland und in den Flieger nach Christchurch. Was wir auf Neuseelands Südinsel erlebt haben erzählen wir Euch dann demnächst.

2 Kommentare

  1. Tobi

    Hey wie iss´n des eigentlich in NZ… da klettert man ja quasi von oben nach unten, richtig?… und warum schwimmen da sie Steine auf´m Wasser??

    1. Anian

      So siehts aus. Ist gar nicht so einfach 🙂 Die Steine sind vermutlich vulkanischer Bimsstein.

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