Abstecher Vietnam

Hanoi und die Landschaft drumrum

Nach 10 Tagen in Laos wollten wir noch ein paar Tage in Vietnam verbringen. Ich wollte dort unbedingt hin, weshalb Anian sich auch auf die 17 Stunden Fahrt mit dem Bus von Thakek nach Hanoi einließ. Wenn denn der Bus auch gekommen wäre! Ist er aber nicht. Laut Plan wäre er auch nicht am Tag danach und auch nicht am Tag nach dem Tag danach gekommen. Also stürmten wir ein Restaurant mit WLAN und heckten einen Alternativplan aus. Ein paar mehr Kröten auf den Tisch gelegt und das grüne Gewissen hinter Schloss und Riegel gebracht, und schon waren zwei Flüge nach Hanoi über Bangkok gebucht.

Wir haben natürlich ob der kurzen Zeit nicht so viel von Vietnam gesehen, aber allein das Essen dort war die Reise wert. Wir verbrachten ein paar Tage in Hanois Old Quarter wo wir eine Street Kitchen nach der anderen enterten. Eine Studentin zeigte uns die Wahrzeichen ihrer Stadt, eine Gruppe vietnamesischer Deutsch-Schüler passte uns am Straßenrand ab, um mit uns ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und abends ließen wir uns durch die engen Gassen treiben, die vollgestellt mit Ministühlen sind, auf denen die junge Leute Bier trinken, essen und ratschen. Freitags durften wir rockiger Live-Musik im „The Doors“ beiwohnen. Der Gitarrist sah aus wie Konfuzius. 🙂

Da man schon tagsüber ganz schön aufpassen muss beim Überqueren der Straßen nicht von den massenhaften, kreuz und quer fahrenden Mopeds und Autos angefahren zu werden, möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn man mal einen Gin Tonic zu viel getrunken hat.

Bevor wir in die Live Kneipe gingen, spazierten wir um den Hoi Kiem See im Zentrum und durften Zeuge kommunistischen Gemeinschaftssinns werden. Die große Straße um den See war gesperrt, es gab jede Menge, einfache Volksspiele (wers kennt, es war so in etwa wie der Spuikarrn damals) wie Stelzen gehen, Hüpfen zwischen rhythmisch geschlagenen Bambusstangen, Seilziehen und Musik zum Tanzen. Als Anian und ich durch die Bambusstangen hüpften wurden sofort die Smartphones auf uns gehalten. 😉 Welch Idyll!

Craft Beer Tasting in Hanoir Burger Bude

Sonntags gibts dann übrigens auch Ansprachen über hunderte von Lautsprechern in der Stadt. Der Länge nach zu urteilen werden hier gerade die neuen 5 Jahrespläne vorgestellt.

Mai Chau

Drei Tage lang verbrachten wir außerdem in Mai Chau. Einem kleinen Ort, in dem vor allem Weiße Thai leben, eine der vielen Minderheiten Vietnams. Die Landschaft dort ist schön und lässt sich gut mit Fahrrädern erkunden. Karstberge, ein Fluss, der durch das Tal fließt und schöne, auf Stelzen stehende Holzhäuser. Dass fast jedes dieser Häuser unten einen Shop hat, in dem Webarbeiten dargeboten werden, hätten wir allerdings nicht gedacht. So gleicht das Dorf fast einem touristischen Bazar. Allerdings mit sehr freundlichen Menschen. Niemand ist aufdringlich. Sehr angenehm.