Waterfall Boven – letzte Station in Südafrika

Unsere letzten Tage in Südafrika brachen an, kaum zu glauben! Vor uns lagen 10 Tage in Mpumalanga (wer es auf Anhieb aussprechen kann, bekommt ein Bienchen ins Buch), genauer gesagt in Waterfall Boven, 3 Stunden nordöstlich von Johannesburg. Bekannt als Südafrikas größtes Sportklettergebiet und aufgrund des Wasserfalls, neben dem geklettert werden kann, wohl auch eines der landschaftlich spektakulärsten.

Und so forderten wir unseren verlässlichen Toyota nach unzähligen Kilometern auf besten Straßen noch einmal heraus: 10 km Schotterpiste zum Campingplatz Tranquilitas, der in unmittelbarer Nähe zu einigen der Klettergebieten liegt. Ich hatte schon Bedenken dort nur einen Tag vorher reserviert zu haben. Schließlich ist das Gebiet bekannt und auch als Ausflugsziel bei Jo-burgern beliebt. Dort angekommen erblickten wir jedoch nur ein einziges anderes Zelt. Das gehörte zwei sympathischen Berlinern, die wir bei unserer kleinen Erkundungstour am Felsen trafen.

Und so kam es, dass wir uns den gesamten Campingplatz vier Tage lang teilten, gemeinsam kletterten, abends mit einfachen Zutaten Leckeres auf unserem Gaskocher kochten und mit der ein oder anderen Flasche Bier (die Berliner hielten sich an ihren mitgebrachten Whiskey, der sich allerdings ziemlich flott leerte 😉 ) unsere Gaumen kühlten.

Klettern

Der Sandstein von Waterval Boven war zum Klettern für uns Kalk-Kletterer zuerst gewöhnungsbedürftig. Nach 2 Tagen wussten wir ihn jedoch schon zu schätzen: Super fingerfreundlich, technisch herausfordernd, gut abgesichert und richtig schöne, lange Routen an deren Ende man immer wieder aufs Neue die fantastische Aussicht in den Canyon genießen konnte.

Dass wir auch hier wieder jede Menge Kontakt mit Tieren am Fels hatten, brauchen wir ja schon fast nicht mehr zu erwähnen. Mal aus Versehen nem Gecko in den Bauch gestupst, der im Griff lag, mal wieder von Vögeln attackiert worden und von Fledermäusen angepiepst, die sich von Anians Händen in ihrem Riss bedroht fühlten.

Mountainbiken

Zur Abwechslung liehen wir uns an einem Nachmittag Mountainbikes aus. Mit viel Aufwand wurden hier super flowige Trails angelegt, die richtig Spaß machten. Da hätten wir tatsächlich mal eine GoPro gebrauchen können, um euch ein wenig neidisch zu machen.

Lauschen

Freitags füllte sich der Campingplatz im Laufe des Tages mit Wochenendausflüglern. Endlich nutzte mal jemand den Deep Water Soloing Felsen am Pool!

Da unser Zelt nicht weit von einer Lagerfeuerstelle entfernt stand, wurden wir abends im Zelt liegend super von einem amerikanischen und südafrikanischen Pärchen unterhalten. Ich bin nach der Story, wie man Zebrafelle am besten über die Grenze von Botswana ins Land schmuggelt, leider eingepennt. Anian hingegen weiß nun, wie man in Botswana eine Ziegelfabrik betreibt und dass ungünstig gesetzte Anreize für Mitarbeiter mitunter darin enden können, dass bspw. Maschinen absichtlich kaputt gemacht werden, um sie dann in Überstunden zu reparieren die on top bezahlt werden. 😉

Am nächsten Morgen erhaschten wir noch einmal einen Blick auf eine Gruppe kleiner Affen. Die haben nicht lange gebraucht, um die vielen leckeren Früchte vor dem Zelt der Amerikaner zu entdecken, sie einzusammeln und blitzschnell mit ihrem Diebesgut wieder zu verschwinden. Hihi.

Hier nochmal unsere tolle Route durch Südafrika:

Wenn ich das hier schreibe, liegen gerade weitere 10 Klettertage mit Freunden in Laos hinter mir und ich kann nur sagen, dass diese Tage – auch wenn an diesen keine Sehenswürdigkeiten fotografiert werden – spannend und entspannend zugleich sind und stets mit tollen Begegnungen, sowohl mit Locals, als auch (zugegebenermaßen mehr) mit Reisenden, verbunden sind, die ich als sehr erfüllend empfinde. Ich liebe es draußen aktiv zu sein, meinen Kopf zu fordern, wenn ich beim Klettern an meine Grenzen gehe und zur Ruhe zu kommen, wenn ich abends mit Freunden den Tag Revue passieren lasse oder mich in ein Buch vertiefe. Da nehme ich gerne einige verpasste Sehenswürdigkeiten auf mich.