Berge, wir kommen! Drakensberge – Golden Gate Nationalpark – Clarens

Central Drakensberg

Nach einer Stippvisite am Meer fuhren wir morgens Richtung Norden in die Drakensberge. Eine Bergkette mit bis zu 3400 m hohen Gipfeln an der Grenze zu Lesoto. Landschaftlich sind die “Drachenberge” jedoch ganz anders als in Europa: Grasberge, durchzogen von Wasserfällen, die aus rotem Fels heraus brechen. Eine der Gegenden, auf die ich mich in Südafrika am meisten freute.

Wir schlugen unser Zelt auf der Inkosana Lodge auf, bis dahin meine Lieblingsunterkunft mit Naturbadeteich (0 mal genutzt, aber trotzdem schön), gut ausgestatteter Küche und schön angelegtem Garten mit exotischen Pflanzen. Sie liegt im Champagne Valley in den zentralen Drakensbergen. Keine Ahnung, warum das Tal so heißt. 😉

Don’t wash up, we do this for your! Relax, and appreciate this.

Ein weiterer Pluspunkt. Jedoch immer noch ein wenig komisches Gefühl, wenn morgens schwarze Angestellte kommen und deinen Dreck weg machen. :-/

Geführt wird diese Lodge noch von einem 70jährigen, ehemaligen Bergsteiger, der uns erklärte, welche Touren momentan möglich sind. Wir gehören demnach zu den nur 1 % der Leute, die einen Gipfel besteigen, wenn sie hierher kommen. Yeah!

Am nächsten Morgen weckte uns die Campertruppe um uns herum gegen 5:30 Uhr mit ihrem Geschnatter und dem unsäglichen Hantieren mit einer Kühlbox. Wie eine Kühlbox nur so viel Krach machen kann! War aber gar nicht schlecht. So waren wir um 07:15 Uhr schon auf dem Weg zum Sterkhorn (2973 m) und es war noch schön kühl.

Die Wanderpfade sind wunderschön! Man kommt an Wasserfällen vorbei und hat immer einen grandiosen Rundblick auf Gipfel und Täler, da es praktisch keine Bäume gibt. Nach 7 km Einlaufen begann der Gipfelanstieg. Ich glaub ich bin noch nie so steil auf einen Berg gestiegen. Mit irgendwelchen zick-zack Pfaden hat man sich hier nicht aufgehalten, sondern eine Diretissima angelegt: Einen schmalen Pfad, der steil geradeaus über die Grashänge hinauf führt. Kurz vor dem Gipfel galt es dann Hand an den Fels anzulegen. Leider wurde uns die Aussicht von ganz oben verwehrt, da der Gipfel in den Wolken stand. Aber allein die Ausblicke beim Aufstieg auf diese atemberaubende Landschaft entschädigten für alles.

Northern Drakensberg/Royal National Park

Auf der Fahrt nach Clarens, einem kleinen Künstlerort, wollten wir am nächsten Tag noch eine Wanderung in den nördlichen Drakensbergen, dem Royal Nationalpark, mitnehmen. Dort gibt es theoretisch das “Amphitheater” zu sehen. Einen 5 km Felsriegel, der dreimal so viel Fläche hat wie bspw. El Capitan im Yosemite. Allerdings war es ziemlich bewölkt und schon der Guide am Eingang des Nationalparks sagte uns, dass es heute weder den Felsriegel noch den 500 Meter langen Wasserfall zu sehen gibt. Dafür gabs zum Einstieg mal wieder tierisches. Diesmal mit Affen.

Wir sind einen wunderschönen, abwechslungsreichen Weg in ein Tal hinein gewandert. Von Dschungel, über Canyon bis zu Wurzelklettersteig war alles dabei. Und nach einer Stärkung mit dem in Afrika typischen Biltong (getrocknetes Fleisch von Wildtieren, bspw. Kudus) konnte uns nichts mehr bremsen. 🙂

Dann wieder ab ins Auto und los Richtung Clarens, Freestate. Und auch die 150 km waren kein bisschen langweilig. Unterhalten von Spotifys Playlist „Classic Roadtrip Songs“ durchfuhren wir den Golden Gate Nationalpark, der mit spektakulären Felsen in den prächtigsten Farben aufwartete. Leider nix zum Klettern oder Bouldern, da total brüchig.

Clarens (Freestate)

In Clarens freuten wir uns auf viele Cafés mit (eigentlich in Südafrika immer) gutem Kaffee und hübschen Häusern und Gärten im Rosamunde Pilcher Stil. Ich habe hier die abefahrenste Yoga Location überhaupt besucht. Ein Haus im gotischen Stil, das von außen wie eine Kirche wirkt mit entsprechend spacigem Yogaraum unter dem Dach. 5,50 € für eine Yogastunde kann man auch durchaus gelten lassen.