Montagu – Oudtshoorn – Addo: Atemberaubende Landschaften und eine abenteuerliche Nachtfahrt

In den letzten zwei Tagen haben wir 650 Kilometer zurück gelegt. Zuerst über die Route 62, die von einem süßen kleinen Städtchen Montagu, in dem uns das Zelt aufgeschlitzt wurde, nach Oudtshoorn führt. Die Stadt der Strauße, Höhlen und Kletterer.
Die Route 62 führt durch wunderschöne Landschaften. Die Gegend nennt sich Karoo und ist eine Halbwüstenlandschaft, die fast ein Drittel der Fläche Südafrikas ausmacht.

Oudtshoorn selbst ist nichts wirklich Besonderes. Es lebt vom Tourismus und die Touristen werden hier hauptsächlich auf eine der vielen Straußenfarmen gekarrt. Auch unser Hostel war groß darin, jede Menge Ausflüge anzubieten. Trotzdem sind wir länger als geplant geblieben. Es war total gechillt, wir sind abends mit netten Leuten zusammen gesessen, morgens gab es Straußenei (ein Straußenei ergibt so viel wie 46 Hühnereier!) und haben Hund und Katz entertained. Ich hab mir gleich mal eine Massage gegönnt. 🙂 Katzenmassage

Ansonsten haben wir uns die Kletterfelsen vorgenommen, waren lecker Essen und haben uns Zeit in die Wiederbeschaffung unserer geklauten Ladegeräte und Akkus investiert.

Klettern in Oudtshoorn

Das Klettern hier ist ein bisschen wie auf Griechenland. Steil bis überhängend und: tierisch. Am ersten Abend beobachteten wir eine Gruppe Affen, die sich irgendwie galanter am Fels bewegte als wir. Am nächsten Tag wurde Anian – in mittlerweile guter alter Tradition – von irgendwelchen Bienen-Wespen attackiert, die ihren Bau in einem der vielen Löcher in der Wand hatten. Da konnten wir den lustigen Schafe auf der Heimfahrt schon mehr Sympathie entgegen bringen.

Abenteuerliche Nachtfahrt

Boah, was eine Nacht! Gestern sind wir von Oudtshoorn aufgebrochen und runter an die Küste, die Garden Route entlang, und wieder nach Norden, nach Addo, zum Addo Elephant National Park, gefahren. Geplant war das nicht. Eigentlich wollten wir in Jeffreys Bay an der Küste schon stoppen, da es bereits dunkel wurde und es dann nicht mehr sehr angenehm zu fahren ist auf afrikanischen Straßen. Auch jeder Reiseführer rät davon ab.

Da wir allerdings zu wählerisch in Sachen Unterkunft waren, beschlossen wir doch noch (lt. Google 1 Std.) weiter zu fahren, um gleich am nächsten Morgen in den Addo Elephant National Park auf Safari gehen zu können. Soweit so gut. Genau so lange hatten wir auch noch Zeit um unsere Unterkunft zu erreichen, die nach 20:00 Uhr keinen Check-In mehr ermöglichte.

Es wurde also dunkel, die Straßen schmal und die Nerven dünner. Google Maps navigierte uns fröhlich durch die Millionenstadt Port Elizabeth. Davon, Townships um die Uhrzeit lieber zu meiden, hielt das Navi nichts. Anian raunte mir im Minutentakt „Halt Abstand! Wenn der jetzt anhält, fährst du einfach vorbei“ oder (die Ampel wird rot) „Fahr drüber, los, das geht schon noch“ ins Ohr. Uahhh!

Endlich draußen aus der Stadt. In Afrika funktioniert das Überholen auf größeren Straßen so, dass der freundliche, langsame Fahrer teilweise auf die Standspur wechselt und man überholt auf der Fahrspur und nutzt noch ein bisschen der Gegenspur mit. Tagsüber ganz praktisch, nachts lässt sich kaum mehr auseinanderhalten, ob die entgegenkommenden Fahrzeuge überholen oder nicht.

Auch auf den Autobahnen gibt es keine Leitplanke, das heißt es blendet ein bisschen, wenn einem Autos entgegenkommen. Fahrbahnbegrenzungen außen gibts auch keine, dafür tauchen immer wieder wie aus dem Nichts, Menschen am Rand der Fahrbahn auf oder auch Kühe. Puh, ganz schön anstrengend.

Gekrönt wurde unser Trip von einer 21 km langen Fahrt auf einer Schotterpiste im afrikanischen Nirgendwo. Die ersten Kilometer war ich total angespannt, unentschieden, ob ich es lustig finden sollte oder mir Sorgen machen, falls jetzt Buschmänner auf die Straße springen und uns ausrauben oder ein Reifen platzt oder das Benzin ausgeht. Ich entschied mich dafür, diese Straße möglichst schnell hinter uns zu bringen und heizte mit 60 km/h über die Gravel Road. Die war eh die meiste Zeit ganz gut in Schuss. 🙂 Abgebremst nur von einer hübschen Eule vor dem Auto und einem Stachelschwein, das erst mal nicht von der Straße weichen wollte.  Für den wahnsinnig hellen Sternenhimmel über uns hatten wir nicht wirklich einen Blick.

Um 21:00 Uhr kamen wir schließlich in Addo an. Nur durch Zufall war der Check-In Mensch noch vor Ort. Duschen, lesen, schlafen und mit leerem Magen ins Bett. Keine 5 Pferde hätten mich gestern noch einmal aus dieser idyllischen Unterkunft gebracht.

Ach ja: Zwischendurch hielten wir kurz bei einer Zebra Lodge, bei der wir hofften unterzukommen. Leider sprengte das Zimmer unser Tagesbudget um das Doppelte. Trotzdem hat sich die Fahrt von der Straße hinauf zur Lodge gelohnt. Eine kleine Zebraherde mit Zebrafohlen, das total aufgedreht war und Antilopen jagte, begegnete uns. 🙂

 

Ein Kommentar

  1. Tobi

    Hey! geht ja ganz schön abenteuerlich bei Euch zu… Deine neue Camera macht ja auch einen guten Job… super! Einfach ein super Licht da unten… und nicht klauen lassen.

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